hinterlüftete Fassaden

Soleda
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VORGEHÄNGTE HINTERLÜFTETE FASSADEN

Als vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF), auch hinterlüftete oder vorgehängte Fassaden bezeichnet man im Bauwesen mehrschichtige, geschlossene Außenwandkonstruktionen beziehungsweise Fassaden.

Der Begriff vorgehängte Fassade (engl.: rainscreen cladding) ist nicht mit dem der Vorhangfassade (engl.: curtain wall) zu verwechseln.

AUFBAU

Dabei ist die äusserste Schicht, die dem Schutz gegen Schlagregen dient, durch eine Luftschicht von den dahinterliegenden Schichten getrennt. Nach DIN 18516-1 setzt sich die Konstruktion aus der Fassadenbekleidung, der Hinterlüftungszone, der Dämmung und der Unterkonstruktion zusammen. Voraussetzung ist ein statisch tragender Verankerungsgrund.

Das System erlaubt die Wahl unterschiedlichster Fassadenbekleidungen. Die äusserste Schicht (= Fassadenbekleidung) kann aus Holz, Naturstein, Kunststein, Keramik, Metallblech (z.B. verzinkte Bleche oder Kupferbleche) oder Kompositmaterialien (zum Beispiel Glasfaserbeton und Faserzement) bis hin zu opakem Glas bestehen. Es werden sogar Systeme angeboten, mit denen sich flächige Fassadenbegrünungen realisieren lassen.

TECHNISCHE VORSCHRIFTEN

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden sind geregelt in der DIN 18516-1 Aussenwandbekleidungen, hinterlüftet, Teil 1: Anforderungen, Prüfgrundsätze. Vorhangfassaden und Pfosten-/Riegelkonstruktionen unterliegen den Anforderungen der Normenreihe der DIN EN 13830 und bedürfen seit 2005 einer CE-Kennzeichnung.

VOR- UND NACHTEILE

Eine Vorhangfassade ist in der Regel erheblich teurer als andere Aussenwandkonstruktionen wie zum Beispiel Wärmedämmverbundsysteme.1 Andererseits bietet die Trennung von Wärmedämmung und Wetterschutz Vorteile bei der Ausführung und den Gestaltungsmöglichkeiten.